Dr. Katharina Bedenbender
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Vita
Katharina Bedenbender ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Frühe Neuzeit am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt Universität Berlin. Nach Forschungsstipendien an der Biblioteca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom, und dem Deutschen Studienzentrum in Venedig hat sie mit einer Arbeit zu venezianischen Schwellenräumen in Architektur und Bild der Frühen Neuzeit promoviert.
Sie war Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe Universität in Frankfurt sowie an der Biblioteca Hertziana. Von 2023 bis 2024 arbeitete sie als Koordinatorin des Census of the Reception of Antique Art and Architecture Known in the Renaissance (IKB, HU Berlin).
Ihr Postdoc-Projekt trägt den Arbeitstitel „Before Ecology – Looking at Plants and Non-Human Animals in Early Modern Italy“. Sie ist Mit-Initiatorin des „Netzwerk Italienforschung“ und co-organisiert die Arbeitsgruppe „Ecologies of Premodern Art“ des Ulmer Vereins für Kunstgeschichte.
Publikationen (Auswahl)
- „An Antiquity of Plants and Animals? Reframing a Wild Boar in 17th Century Florence“, in: Adriano Aymonino, Kathleen Christian (Hg.): The Future of the Antique. Interpreting the Sculptural Canon. Tagungsband (im Erscheinen begriffen).
- Treppe und Zeremoniell in Venedig: Schwellenräume der Frühen Neuzeit im Dogenpalast und den Scuole Grandi, in: Hertziana Studies in Art History (im Erscheinen begriffen).
- „Dattelpalmen in Verona: Girolamo dai Libris ‘Christus und die Samariterin am Brunnen’“ Dramaturgien von Bild und Raum, herausgegeben gemeinsam mit Julia Saviello. Berlin 2024.
- „Ascendendo et descendendo aequaliter“: stairs and ceremonies in Early Modern Venice“, in: Mulryne, J. R.: Architectures of Festival in early modern Europe. London, New York 2018, S. 237–256.
- „Michelangelo Buonarotti, Bartolomeo Ammanati: Vestibül und Treppe der Biblioteca Laurenziana in Florenz“, in: Maniera (Ausst.-Kat. Städel-Museum), Frankfurt/Main 2016, S. 94–96.
Forschungsvorhaben: Viriditas in der Frühen Neuzeit – Imaginarien der Grünkraft zwischen 1450 und 1650
Der Farbe Grün wird in der Gegenwart eine besondere Bedeutung beigemessen, und zwar in metaphorischer wie biochemischer Hinsicht, lässt sich Chlorophyll doch als grünes Pigment beschreiben, das als wichtigster Agent der Photosynthese fungiert. Neben der Bedeutung grüner Pflanzen als Schöpfer von Biosphäre und Klima, gilt auch die psychologische und psychosomatische Bedeutung des Grüns für menschliche Tiere als erwiesen. Das (kunst-) historische Bedeutungsspektrum der Farbe Grün ist jedoch breiter: Grün konnte in der Geschichte der Kunst zum Beispiel für Chaos, den Teufel oder aber die christliche Tugend der Hoffnung stehen. Dennoch lässt sich ab der Mitte des 15. Jahrhunderts, im Anschluss an aristotelische Sehtheorien, die Schriften der Kirchenväter sowie Hildegard von Bingens medizinisch-naturphilosophische Abhandlungen, eine überwiegend positive Konnotierung der Farbe Grün feststellen, die an die Vorstellung einer Viriditas, einer Grünkraft, gekoppelt ist. Viriditas meint eine Spann- oder Lebenskraft, die allen Lebewesen innewohne; durch die etymologische Wurzel im Grün stehen aber vor allem die grünen Blätter im Zentrum, welche ihre Grünkraft etwa auf menschliche Lebewesen übertragen können. Im Rahmen des Fellowship soll der Fokus der Untersuchung auf den Jahrzehnten um 1600 und dem künstlerischen, philosophischen sowie (natur-) wissenschaftlichen Umfeld von Federico Borromeo in Mailand liegen. Als Gründer von Biblioteca, Pinacoteca und Accademia Ambrosiana ging mit ihm die katholische Reform in eine neue Phase ein, die von einer positiven Spiritualität neo-stoischer Färbung geprägt war. In seinen Korrespondenzen, theoretischen Schriften sowie seiner Tätigkeit als Sammler und Entwerfer von Kunstwerken manifestiert sich exemplarisch eine neue Perspektive auf die Pflanzenwelt und ihre Grünkraft, in welcher spiritueller und wissenschaftlicher Optimismus in eins fallen.