Prof. Dr. Peter Probst

Vita
Peter Probst ist Professor für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt afrikanische Moderne an der Tufts University in Boston. Er studierte Ethnologie, Kunstgeschichte, Publizistik und Soziologie in Berlin und Cambridge, England. Nach Positionen in Berlin, Frankfurt und Bayreuth nahm er 2005 einen Ruf an die Tufts University an. Seine Forschungsinteressen bewegen sich im Schnittfeld von Kunstgeschichte, Ethnologie und Museumsstudien und reichen von Fragen der Theorie der Moderne über Aspekte der Ideengeschichte bis zur Beziehung von Generation und Erbschaft.
Publikationen (Auswahl)
- African Modernities, Oxford: James Curry, 2002 (hg. mit Jan Georg Deutsch).
- Kalumbas Fest, Berlin: Lit, 2005.
- Osogbo or the Art of Heritage, Bloomington: Indiana University Press, 2011.
- National Museums of Africa, New York: Routledge 2021, (hg. mit Ray Silverman und Georges Abungu).
- What is African Art? A Short History, Chicago: University of Chicago Press, 2022 (Dt Konstanz University Press 2024).
- Art History and Anthropology. Modern Encounters, Los Angeles: Getty Publications 2023 (hg. mit Joseph Imorde).
Forschungsvorhaben: Kräftepolitik: Kunst und Konflikt in einer nigerianischen Energielandschaft
Was geschieht, wenn unterschiedliche Kraft- und Energieerfahrungen aufeinandertreffen und um gesellschaftliche Geltung ringen? Das Projekt untersucht diese Frage am Beispiel der künstlerischen Umgestaltung einer rituellen Landschaft im Südwesten Nigerias. Im Mittelpunkt steht der heilige Hain der indigenen Flussgottheit Osun in der nigerianischen Stadt Osogbo. Als Reaktion auf die Bedrohungen des Hains durch den fossilen Energiehunger der postkolonialen nigerianischen Moderne, begann die österreichische Künstlerin Susanne Wenger in den 1960er und 1970er Jahren den vormals weitgehend anikonischen Hain mit neuen expressionistischen Schreinen und Skulpturen zu versehen. Solchermaßen ausgewiesen als Kraftfeld indigener Gottheiten, fokussiert das Projekt auf die sich daraus ergebenden Konflikte im Anspruch der Anerkennung (meta)physischer Wirklichkeiten.