TAGUNG
»JENSEITS DER STÄRKE. IMAGINARIEN SCHWACHER KRÄFTE IN KUNST, LITERATUR UND WISSENSCHAFT«
Konzeption: Caroline Adler, Franca Buss, Gerd Micheluzzi
Veranstaltungsdatum: 4.–6. Juni 2026
Veranstaltungsort: Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg und Kolleg, Gorch-Fock-Wall 3, 20354 Hamburg

Beschreibung
Mit Schwäche verbindet sich heute oft ein pathologisch-degenerativer Befund: ein Zustand der Erschöpfung, Vulnerabilität oder des Versiegens schöpferischer Kräfte. Zugleich regt der Begriff dazu an, über Kräfte jenseits von Dominanz und Kontrolle, über das Kleine, Potenzielle oder das (Wieder-)Aufkeimende nachzudenken. Schwäche ist somit nicht nur als Gegenteil von Stärke zu verstehen. Sie konstituiert auch eigene Formen der Wirkmächtigkeit. Die Tagung nimmt diesen Befund zum Ausgangspunkt, um Verschränkungen und produktive Ambivalenzen schwacher Kräfte und ihre ästhetischen Artikulationen aus verschiedenen historischen, disziplinären und kulturellen Perspektiven in den Blick zu nehmen.
Programm
Programm (aktualisiert am 21.05.2026, 12:00 Uhr)
Donnerstag, 4. Juni 2026
Veranstaltungsort: Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg
| 10.30 – 11.00 | Einführung |
| 11.00 – 12.30 | Marvin Bucka (Würzburg): Schwacher Widerstand, widerständige Schwäche. Schwäche in den Philosophien von Emmanuel Levinas und Simone Weil Kathrin Busch (Berlin): Kraft der Schwäche |
| 12.30 – 14.30 | Mittagspause |
| 14.30 – 16.00 | Bui Thi Thanh Mai (Hanoi): Stillness, Lightness, and Fragility: Aesthetics of Weak Forces in Trúc Lâm Zen as Reflected in the Poetry of Trần Nhân Tông Arne Klawitter (Tokyo): Resonanzen der Schwäche, des Faden und der Blässe. Chinesische Ästhetik bei Ludwig August Unzer und Max Kommerell |
| 16.00–16.30 | Kaffeepause |
| 16.30–18.00 | Mustafa Özağaç (Istanbul): The Eloquence of Exhaustion: Weak Force and Poetic Creativity in the Turkish Sufi Tradition Monika Drlíková (Prag): Between Disembodiment and Diseased Fantasy. The Gendered Aspects of Kristina Poniatowska’s Visions |
Freitag, 5. Juni 2026
Veranstaltungsort: Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg
| 10.15 (s.t.) – 11.00 |
Johanna-Charlotte Horst (Halle): Erschöpftes Schreiben. Zur Kraftlosigkeit in Wolfram Lotz’ Heilige Schrift I Der Vortrag von Johanna-Charlotte Horst muss leider entfallen. Carolin Rocks (Hamburg): Ruhe und Tragkraft. Ilse Aichingers Prosabewegungen |
| 11.00 – 11.30 | Kaffeepause |
| 11.30 – 13.00 | Georg Dickmann (Bamberg): Krankheit, Erschöpfung, Schmerz. Zu einer Autotheorie schwacher Kräfte Moritz Konrad (Jena): »Terminally Online Loser«. Imaginationen der Schwäche in Incel-Memes |
| 13.00 – 15.00 | Mittagspause |
| 15.00 – 16.30 |
Christoph Jakubowsky (Berlin): »bald als Kraft, bald als Schwäche.« Goethes Dichtung und Wahrheit und die schwachen Kräfte der Autobiographie |
| 16.30 – 17.00 | Kaffeepause |
| 17.00 – 18.30 | Iris Brahms (Tübingen): Fragilité as Aesthetic Appeal. Pastel Painting in the 18th Century and its Implications Marije Osnabrugge (Lausanne): »Den bogh’ en mach altijt niet zijn ghespannen«: Van Mander and Hoogstraten on Weakness and Rest in the Artistic Profession |
Veranstaltungsort: Kolleg, Gorch-Fock-Wall 3, 20354 Hamburg
| 19.00 – 19.30 | Christine Rehders (Hamburg): Die Membran der Schwäche (Ausstellung und Artist Talk) |
| 19.30 – 21.00 | Empfang |
Samstag, 6. Juni 2026
Veranstaltungsort: Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg
| 09.30 – 11.00 | Malena Rotter Lechanu & Verena Suchy (Kassel): Verzerrte Spiegel? Körperliche Devianz und Kleinwuchs in höfischen und ästhetischen Diskursen der Frühen Neuzeit Rebecca Drutschmann (Dresden): Zur Rede von der schwachen Wechselwirkung in der Teilchenphysik. Lee und Yang (1956): Wahrnehmung, Anschaulichkeit, Sichtbarkeit und Beachtung |
| 11.00 – 11.30 | Kaffeepause |
| 11.30 – 13.00 | Christina Becher-Tiessen (Frankfurt a.M.): Adelbert von Chamisso und die unbewegte See. Überlegungen zu einer Poetik der Windstille Oliver Aas (Cambridge, MA): Climate Change and Weak Affects |
| 13.00 – 13.30 | Abschluss |